Konzept

1.Vorwort

Aufgaben und Schwerpunkte des pädagogischen Konzepts

Die Kinderkrippe versteht sich als ein Ort für Kinder und deren Familien, an welchem die Aufgaben Betreuung, Bildung und Erziehung des Kindes, in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten, qualifiziert erfüllt werden.

Ziel der Förderung ist die eigenverantwortliche, gemeinschaftsfähige und individuelle Persönlichkeit des Kindes.

Jedes Kind bringt seine eigene Lebensgeschichte, unterschiedliche Erfahrungen und soziale Beziehungen mit in die Einrichtung. An diesen Ausgangspunkten beginnt unsere pädagogische Arbeit in der Krippe. Im täglichen Miteinander werden Kindern Möglichkeiten und Alternativen für die individuelle Entfaltung ihrer Persönlichkeit geboten. Dabei steht die Förderung der Eigenverantwortung des Kindes und die Erziehung zur Selbstständigkeit, als Grundlage für ein kompetentes und solidarisches Handeln in Alltagssituationen, im Vordergrund der pädagogischen Arbeit.

Die Reggio-Pädagogik basiert auf einem demokratischen und humanistischen Menschenbild. In der Reggio-Pädagogik ist es erwünscht, dass behinderte Kinder in den Einrichtungen integriert werden.
Dieses Selbstverständnis sowie das Bild vom Kind – das für alle Kinder gilt – machen für uns, als Einrichtung, die Reggio-Pädagogik als Wegweiser so wertvoll und bilden unserer Meinung nach den Grundstock allen pädagogischen Handelns.
Auch die besondere Anlehnung an den Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan ist für unsere Einrichtung selbstverständlich.

Bildung beginnt mit der Geburt. Vom ersten Lebenstag an sammeln Kinder emotionale, soziale, motorische und kommunikative Erfahrungen.
Durch unsere Tagesgestaltung bieten wir Kindern die entsprechende notwendige Zuwendung, Nähe, Geborgenheit, Ruhe, neue Anreize, Herausforderungen sowie Pflege und Versorgung, die für eine Förderung der elementaren Erfahrungen in der frühkindlichen Entwicklung notwendig sind.

2.Institutionsbeschreibung

Die Gruppen setzen sich aus Kindern von 0,5 – 3 Jahren zusammen. Es wird darauf geachtet, dass die Kinder in den Gruppen von unterschiedlichem Alter, unterschiedlichen Geschlechts und unterschiedlicher sozialer- und kultureller Herkunft sind. Gerne nehmen wir auch Kinder mit Behinderungen auf.
Es handelt sich grundsätzlich um halboffene Gruppen, d.h. mit der Aufnahme in der Kinderkrippe kommt jedes Kind in seine Stammgruppe. Diese bietet einerseits eine gute Eingewöhnungszeit, täglich wiederkehrende Rituale (gemeinsame Mahlzeiten, eigener Schlafplatz), klare Absprachen und Regeln. Dadurch bekommen die Kinder die notwendige Geborgenheit, die Sicherheit und den Schutz, um einen vertrauensvollen Beziehungsaufbau zu anderen Kindern und den Pädagogen/innen entwickeln zu können.
„Die Türen sind offen“ – es besteht für jedes Kind im gesamten Tagesverlauf die Möglichkeit seine Stammgruppe zu verlassen und seinen Spielort, seine Partner/innen, das Material oder Angebote in den anderen Gruppen bzw. in Zusatzräumen frei zu wählen.
Den Kindern werden auf diese Weise sinnvolle Freiräume für ihre individuellen Interessen, Möglichkeiten zum gemeinsamen Experimentieren und zum Erproben ihrer Fähigkeiten geboten. Dies unterstützt wesentlich die Persönlichkeits- und Selbständigkeitsentwicklung der Kinder. Die pädagogischen Fachkräfte verstehen sich nicht als Animateure. Sie sind Mitgestalter/innen des täglichen Geschehens und des Ablaufes in der Kinderkrippe. Sie unterstützen positiv die Spielhandlungen der Kinder und bieten diesen durch gezielte Angebote erweiterte Möglichkeiten an.

3.Personal

Unsere Teams setzten sich aus qualifiziertem Fachpersonal zusammen (Erzieher-/innen, Kinderpfleger-/innen, Jahrespraktikanten).
Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter/innen sind eine wesentliche Voraussetzung zur Steigerung der „Kundenzufriedenheit“ und somit Sicherung des Einrichtungserfolges.
Im Vordergrund der Mitarbeiterzufriedenheit steht die Einstellung der Mitarbeiter/innen gegenüber der Tageseinrichtung für Kinder. Zur Erfassung der Mitarbeiterzufriedenheit sind regelmäßige Mitarbeiter/innengespräche wichtig.
Es findet alle regelmäßig ein „Großteam“ für alle Angestellten statt. (Hier werden alle krippenrelevanten Themen (wie z. B. Gemeinsame Unternehmungen, altersspezifische Angebote, die individuellen pädagogischen Entwicklungsschritte der Kinder…etc.) besprochen. Des weiteren finden regelmäßig „Kleinteams“ in den Einrichtungen statt.In den jeweiligen Gruppen finden täglich Kurzbesprechungen statt. (z. B. Tages- bzw. Wochenplanung)Bei situativem Handlungsbedarf gibt es die Möglichkeit flexible Teambesprechungen einzuberufen. Zusammenfassend möchten wir hier noch einmal erwähnen, dass die Teamarbeit in unserer täglichen Arbeit einen sehr hohen Stellenwert hat. Die Qualität der Prozesse und Dienstleistungen einer Tageseinrichtung für Kinder sind maßgeblich vom Grad der Professionalität und Qualifizierung ihrer Mitarbeiter/innen abhängig. Die Fort- und Weiterbildung ist eine gesetzliche Verpflichtung und ein wesentliches Instrument der Personalentwicklung. Sie orientiert sich sowohl an den Zielen und dem Bedarf der Einrichtung als auch an den individuellen Fähigkeiten und Interessen der Mitarbeiter/innen.

4.Strukturqualität

Die Kinderkrippe wird aufgebaut wie ein „Aquarium“ – durchlässig und durchsichtig. Eine enge Wechselwirkung zwischen außen und innen, soll die Künstlichkeit, die jeder Kita anhaftet, überwinden.
Die Räume sollen den Kindern Kommunikation und Zusammenarbeit (soziales Lernen) ermöglichen. Sie geben den Kindern Orientierung, Sicherheit und Wohlbefinden.
Alle Gruppenräume bekommen Funktionsecken, in denen sich die Kinder unter Anleitung des/der Erziehers/Erzieherin, aber auch, das ist besonders wichtig, allein oder in kleinen Gruppen betätigen können.
Das Material ist grundsätzlich in offenen Regalen untergebracht. Dadurch ist es für die Kinder sichtbar und erreichbar und hat einen anregenden Charakter.
Die Wände sollen „sprechen“. An ihnen werden Produkte der Kinder und Dokumentationen ausgestellt. Diese geben einerseits den Eltern Einblick in die Tätigkeiten ihrer Kinder. Andererseits können die Kinder vergleichen zwischen dem, was sie früher konnten, und dem, was sie jetzt können.

4.1.Ernährungskonzept

Die Küche sollte ein zentraler Ort zum Hineinsehen- und -gehen sein. Es ist wichtig, zu sehen und zu riechen, was man sich täglich „einverleibt“.
Wir achten auf kindgerechte, ausgewogene und gesunde Ernährung.
Unser Mittagessen wird täglich frisch von einem Bio-Caterer angeliefert.
Die Brotzeiten finden in der Gesamtgruppe statt und sind ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Hierbei vermitteln wir den Kindern ein angenehmes Umfeld in dem auch Raum für gemütliches Beisammensein und lustige Unterhaltungen ist. Besonders wichtig ist uns hierbei auch die Erziehung zur Selbständigkeit (z.B. selbst Brote schmieren, selbst Getränke nachgießen …)
Die Brotzeit wird von der Einrichtung gestellt, vor allem aus dem Grund dass alle Kinder das gleiche Essen haben und somit immer eine gesunde Bio – Auswahl gewährleistet ist.

4.2.Hygienekonzept

Alle Mitarbeiter werden über das Infektionsschutzgesetz §43 belehrt. Die Erstbelehrung erfolgt durch den Betriebsarzt, die jährlichen Folgebelehrungen erfolgen in den Einrichtungen.
Die Räumlichkeiten werden täglich von externen Reinigungskräften professionell gereinigt.
Zusätzlich führt eine Haushaltshilfe in Festanstellung alle notwendigen Reinigungsarbeiten sowie alle Flächendesinfektionen durch.
Das Personal und die Kinder verwenden Einmalhandtücher, das Personal trägt für Tätigkeiten in diesem Bereich Einmalhandschuhe.
Der Wickelbereich ist stets zu desinfizieren, kontaminierte Flächen sind sofort zu Reinigen.

5.Beobachtung und Dokumentation, Qualitätssicherung

Die genaue differenzierte und möglichst häufige Entwicklungs- und Verhaltensbeobachtung des kindlichen Verhaltens und der kindlichen Entwicklung und die Aufzeichnung der Beobachtungen bildet die Arbeitsgrundlage der zielorientierten, pädagogischen Arbeit.
Sie dient als Dokumentation gegenüber den Mitarbeiter/innen, den Eltern, dem Jugendamt und anderen Institutionen.

5.1.Vorgehensweise Beobachtung und Dokumentation

Zu Beginn der Beobachtung ist geklärt, mit welchem Ziel und mit welcher Absicht beobachtet wird, wer und in welchem Rhythmus die Beobachtung durchführt, welches Beobachtungsraster zu Grunde gelegt wird und wie die schriftliche Dokumentation gesichert ist.
Elemente der Beobachtung sind:
Situative Beobachtung
Teilnehmende Beobachtung
Gezielte Entwicklungsbeobachtung
Dokumentation durch kreative Gestaltung und Fotos

Nach erfolgter Reflexion ist ein Auswertungs- und Maßnahmenplan anhand von Bildungs- und Lerngeschichten zu erstellen.

5.2.Qualitätssicherung

folgende Massnahmen zur Qualitätssicherung werden in unseren Einrichtungen umgesetzt:

Beobachtungsbögen
Entwicklungsbücher (Portfolio)
Elternbefragungen
Elternabende
Mitarbeitergespräche
Teamsitzungen
Klausurtag / Betriebsausflug
Bereitstellen von Fachliteratur
Fortbildungen

6.Gesundheitliche Kriterien

Es ist sehr wichtig, dass die Erzieher/innen über den Gesundheitszustand des Kindes informiert werden. Im Falle einer Erkrankung muss das Kind zu Hause bleiben, bei Erkrankung in der Einrichtung werden die Eltern umgehend informiert und das Kind muss abgeholt werden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass die Erziehungsberechtigten jederzeit telefonisch erreichbar sind.
Nach überstandener ansteckender Krankheit muss ein ärztliches Gesundheitsattest vorgelegt werden.
Erzieher/innen werden grundsätzlich keine Medikamente verabreichen, dies gilt auch bei Kindern mit chronischer Erkrankung. Hier müssen individuelle Regelungen mit den Eltern getroffen werden.
Vor Eintritt in die Krippe ist ein ärztliches Attest sowie das Untersuchungsheft des Kindes vorzuzeigen.

6.1.Aufnahmekriterien

Kinder müssen bei Aufnahme mindestens 6 Monate alt sein.
Bei uns können Kinder ganzjährig aufgenommen werden. Sobald ein Platz frei wird, vergeben wir ihn gerne.
Für die Kinder, die nicht sofort einen Platz erhalten, führen wir eine Warteliste.
Bewerbungen nehmen wir gerne jederzeit schriftlich entgegen, allerdings ist es zu zeitintensiv permanent Vorstellungstermine zu vereinbaren. Deshalb findet ca. 1x im Monat eine Besichtigungsmöglichkeit statt (Termine der jew. Einrichtungen finden Sie auf unserer Homepage). Diese Termine geben den interessierten Eltern und Kindern die Gelegenheit sich die Räumlichkeiten der Krippe in Ruhe anzusehen, einen ersten Eindruck zu erhalten und sich vor Ort ausführlich zu informieren.
Plätze werden nur an Kinder vergeben, die den ersten Wohnsitz in München haben.

7.Partizipation in unserer Einrichtung

Partizipation ist ein grundlegender Bestandteil in unserer Einrichtung.

„Partizipation“ bedeutet „Beteiligung“ im Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmung. Sie gründet auf Partnerschaft und Dialog. Partizipieren heißt, Planungen und Entscheidungen über alle Angelegenheiten, die das eigene Leben und das der Gemeinschaft be- treffen, zu teilen und gemeinsame Lösungen für anstehende Fragen und Probleme zu finden.“ (BayKiBiG389 Nr. 8)

Durch Mitbestimmung und Beteiligung werden Eigenwahrnehmung, Selbstwertgefühl, sowie das Verantwortungsgefühl des Kindes für sich selbst und die Gemeinschaft gefördert. Die Kinder entwickeln Mut sich zu äußern und Motivation Sprechen zu lernen und anzuwenden. Sie erleben, dass ihnen zugehört wird und ihre Meinung und Gefühle wichtig sind. Im Gegenzug lernen sie anderen zuzuhören, deren Meinung zu akzeptieren, sowie danach zu handeln, beziehungsweise eigene Interessen im Bezug auf das Gemeinwohl auch einmal zurückzustellen (Frustrationstoleranz). Durch das Äußern ihrer eigenen Sichtweisen erfahren sie, dass man auf seine Umgebung Einfluss haben, etwas erreichen und bewirken kann. Dies gibt den Kindern erste Einblicke in die Demokratie. Uns geht es hierbei darum den Kindern frühzeitig ein gutes Sozialverhalten nahe zu bringen, zum Beispiel in den Bereichen Konfliktbewältigung, Kommunikationskultur und -disziplin,oder auch Ablaufs- und Abstimmungsregeln. Das Recht der Beteiligung und Mitbestimmung intensiviert weiters die Identifikation der Kinder mit ihrer Einrichtung und bereitet sie auf weiterführende Konzepte beim Übertritt in einen Kindergarten ideal vor.

7.1.Beteiligung der Kinder

„Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden. Es ist zugleich ein Recht, sich nicht zu beteiligen.“ (Artikel 12 UN Kindercharta)

Wir bieten Kindern vielfältige Möglichkeiten zur Partizipation im Krippenalltag:
freies Entscheiden über den Spielpartner, Spielort und Spielmaterial
gemeinsame Abstimmung in der Gruppe über das Ausflugsziel
Übernahme von Diensten, wie z.B. Tischdienst, Schlafstunde vorbereiten…
Teilnahme an gruppenübergreifenden Angeboten, wie z.B. Kochen, kreatives Gestalten, Märchenstunde
Turnstunden – Wunschthemen
kreatives Gestalten – z.B. Raum- und Fensterdekoration, Martinslaternen

7.2.Beteiligung der Mitarbeiter/innen

individuelle gruppeninterne Gestaltung und Umsetzung von Angeboten und Aktivitäten (z.B. Projekte, Geburtstagsfeiern…)
Gruppenleitung
Fortbildungen
Betriebsausflug
Jahresfeedback-Tag
Mitarbeitergespräche
Elternabend
Feste und Feiern
Aktionen zur Teamförderung (Ausflüge, Teamspiele…)

7.3.Beteiligung der Eltern

Die Kinderkrippe lebt von der gelungenen Zusammenarbeit der beteiligten Verantwortungsträger, d.h. des Trägers, der Erzieher/innen, weiterer Mitarbeiter/innen sowie der Eltern. Der Träger der Einrichtung, der die rechtliche Verantwortung inne hat, erfüllt gemeinsam mit den Erzieher/innen, in enger Zusammenarbeit mit den Familien einen eigenständigen Auftrag. Die Eltern, als die ersten und wichtigsten Erzieher ihrer Kinder, sind ebenfalls für das Gelingen der Arbeit in der Krippe mitverantwortlich. Angesichts ihrer vorrangigen Erziehungsverantwortung und des familienbezogenen Auftrags aller Tagesstätten sowie angesichts der enormen aktuellen Umbrüche ist es notwendig, dass die Eltern von ihren Erziehungsrechten und – pflichten in diesem Bereich umfassend Gebrauch machen, um somit zu einer möglichst effektiven Arbeit der Kinderkrippe beizutragen. Uns geht es hauptsächlich darum, gleichberechtigte Beziehungen herzustellen, die eine Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Erzieher/innen auf der Basis gegenseitigen Vertrauens ermöglicht. Zu einer qualitativ hochwertigen Elternarbeit, bei der auch die Eltern mitsamt ihren Erziehungsrechten und – pflichten eingebunden werden, gehören u. a. intensiv vorbereitete Elterngespräche sowie Elternmitwirkung, Elternabende, Elternbefragungen, Elternbeirat, gemeinsame Unternehmungen und Feste.
Elterngespräche: Die täglichen Tür- und Angelgespräche ermöglichen sowohl den Eltern als auch den Mitarbeiter/innen individuelle und situationsbedingte Informationen auszutauschen. Dies schafft auf Dauer Sicherheit und Vertrauen im Umgang miteinander. Zu dieser Sicherheit gehören auch fest vereinbarte Einzelgespräche.
Elternmitwirkung: Jährlich wird ein Elternbeirat gewählt, dieser hat die Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen den Erziehungsberechtigten, dem Träger und den in der Einrichtung pädagogisch tätigen Kräften zu fördern. Des weiteren wird der Elternbeirat über alle wesentlichen Fragen, die die Einrichtung betreffen informiert und befragt. Jährlich finden in der Krippe anonyme Elternbefragungen statt. Diese dienen der Steigerung der Qualität.
Elternabend: Elternabende, welche das Team organisiert, werden in der Regel zweimal im Jahr durchgeführt. Des weiteren gibt es Informationsabende von Eltern für Eltern, welche vom Elternbeirat und den jeweiligen Eltern mit Unterstützung des Teams organisiert werden. Außerdem können bei Bedarf/Interesse themenspezifische Elternabende angeboten werden. Hierzu besteht die Möglichkeit externe Referenten/Referentinnen einzuladen (z. B. Ernährungsberater/innen, Psycholog/innen, Erzieher/innen aus Kindergärten)
Feste und Feiern: Im Jahresplan werden auch gemeinsame Veranstaltungen und Unternehmungen mit den Eltern geplant wie z.B. Sommerfest, Weihnachtsfeier, Flohmarkt…Dies soll vor allem den Eltern die Möglichkeit bieten sich untereinander kennen zu lernen und sich gegenseitig auszutauschen.

8.Bildungsauftrag

Wir sind der Ansicht, dass Kinder Akteure sind im Bildungsprozess, mit eigenen Gestaltungsmöglichkeiten.
Bildung in unserem Sinne verlangt deshalb eine aktive und angemessene Beteiligung der Kinder an den Entscheidungs- und Handlungsprozessen. Beteiligungsrechte bedingen Pflichten – so sollen Kinder ihrem Alter entsprechend auch Verantwortung für andere übernehmen.
Es geht uns außerdem um den Erwerb von so genannten Schlüsselkompetenzen wie:

Stärkung kindlicher Autonomie und sozialer Mitverantwortung, 
d.h. dem Kind die größtmöglichen Freiräume für seine Entwicklung zu bieten, aber auch gleichzeitig dafür zu sorgen, dass es lernt, in sozialer Verantwortung zu handeln.
Ressourcen zu fördern die das Kind befähigen, mit Belastungen, Veränderungen und Krisen so umzugehen, so dass es darin Herausforderungen sieht und seine Kräfte mobilisiert.
Vermittlung lernmethodischer Kompetenz:
Schon das Kleinkind soll das Lernen lernen. Lernangebote werden durch uns so anregend und attraktiv gestaltet, dass sie bei den Kindern die Lust und Freude am Lernen wecken.
Individuelle Unterschiede in Bezug auf Geschlecht, Herkunft, Religion, Lebensweise, Alter und Entwicklungsstand sind anzuerkennen. Soziale Vielfalt ist zugleich als Chance für das friedliche Miteinander zu begreifen. Weltoffenheit, Toleranz und Menschlichkeit im sozialen Umgang wird für unsere Zukunft immer existenzieller.

Fazit:
Kinder brauchen Lernprozesse, bei denen Erfahren, Entdecken und Erforschen am Anfang stehen. Sie brauchen Lernabläufe, die Bewegung, Sinneswahrnehmung und Erkenntnis effektiv verknüpfen.
Damit Fachkräfte und Eltern hierbei an einem Strang ziehen, sind regelmäßige
Gespräche mit den Eltern über das einzelne Kind sowie Informations- und
Bildungsangebote für Eltern von zentraler Bedeutung.

8.1.Grundlagen der pädagogischen Arbeit

Unsere Kinderkrippe hat das Leitziel die Erziehung zur sozialen Selbständigkeit.
Dies bedeutet, „Fähigkeiten und Kenntnisse“ zu haben und diese in verschiedenen Lebenssituationen einzuordnen und einzusetzen. Dies geschieht unter Berücksichtigung von Grenzen und Freiräumen, um das Kind auf die Anforderungen des Kindergartens vorzubereiten. Alle Angebote außerfamiliärer Betreuung müssen in ihrer Qualität darin gemessen werden, ob sie die Bedürfnisse von Kleinkindern angemessen berücksichtigen und befriedigen können.

Bedürfnisse von Kleinkindern müssen:
wahrgenommen werden
akzeptiert werden
befriedigt werden

Kleinkinder brauchen:
ausreichend körperliche Versorgung
emotionale Zuwendung
sprachliche Kommunikation
Anregung und Ruhe
soziale Kontakte
Anregungen und Eindrücke aus ihrer Umgebung
Unterstützung bei der Entwicklung der Körperbeherrschung und Selbständigkeit

Nach unserer pädagogischen Vorstellung betrachten wir Kinder als kleine Persönlichkeiten, welchen man Raum und Zeit zur Selbstentfaltung geben muss.
Die Arbeitsweise wird situations- und handlungsbezogen gestaltet, das heißt, dass die Motivation des Kindes zur Nachahmung aufgegriffen wird und in unbewusstes Lernen durch Spontaneität und Fantasie umgesetzt wird.
Um den Erziehungsauftrag „familienergänzend“ und „ familienunterstützend“ zu erfüllen, erfordert es ein kontinuierliches Zusammenwirken von institutioneller und familiärer Erziehung. Unser Angebot beinhaltet somit Informationen, Kommunikation und Beratung bei Erziehungsfragen, sowie im Bedarfsfall die Weitervermittlung an entsprechende Beratungsinstanzen.
Wir beziehen uns auf die Grundsätze wie sie im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan sowie dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz mit Ausführungsverordnung verankert sind.

9.Das Bild des Kindes

Das Bild des Kindes ist entscheidend für das pädagogische Handeln. Früher wurde das Kleinkind als passives, hilfloses Wesen angesehen, das kreiert werden muss, da es ohne Fantasie und Kreativität ist. Heute weiß man, dass es sich aus sich selbst heraus bildet. Jedes Kind hat einen angeborenen Drang, die soziale und materielle Welt zu begreifen. Es verfügt über eine kindliche Neugier, ausgedrückt als Interesse und Freude. Diese Neugier bleibt dem Kind erhalten, wenn es die Möglichkeit zum selbständigen Handeln und zur aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt bekommt. Wir betrachten es somit als unseren Auftrag, ihm günstige Entwicklungsbedingungen zu schaffen, geeignete Angebote zu machen und ihm individuellen Entwicklungsspielraum zu geben. Das Kind wird als Mitgestalter der eigenen Erziehung gesehen, ausgestattet mit der Fähigkeit seine Umwelt selbst zu konstruieren und aktiv den Entwicklungsprozess zu bestimmen. Wir denken, dass speziell Kleinkinder einen Lebensraum benötigen, in dem sie den eigenen Rhythmus und das eigene Tempo bestimmen können.
Entwicklungstabellen können oft beirren, da die Entwicklung bei den Kindern sehr unterschiedlich verläuft. Man spricht von sogenannten „Entwicklungsfenstern“, die sich unterschiedlich öffnen. Kinder haben persönliche Stärken und Schwächen, die sich verändern können. Der Erwachsene ist nicht allwissend und allmächtig, er/sie baut ein partnerschaftliches Verhältnis zum Kind auf, lässt sich auf die Lernprozesse des Kindes ein und begleitet seine Entwicklung unter Beachtung von Anerkennung und Wertschätzung des einzelnen Kindes.
Wir, das heißt unsere Mitarbeiter/innen und der Träger, schaffen günstige Bedingungen die zu einer guten Persönlichkeitsentwicklung führen.

9.1.Emotionale Stabilität

Um emotional stabil zu werden, braucht ein Kind sowohl Geborgenheit und Zuwendung als auch die Möglichkeit, Frustrationen und Grenzen bzw. Regeln des Zusammenlebens akzeptieren zu lernen. Es ist sehr wichtig, Gefühle äußern zu dürfen und darin angenommen zu werden. Dies gilt nicht nur für Freude, Spaß, Zärtlichkeit usw. sondern auch für Gefühle, die nicht so leicht zuzulassen sind, wie: Wut, Aggression und Verzweiflung. Grenzen sind hier die Gefährdung des Kindes, anderer, Schutz des Materials, sowie auch die nicht unausschöpflichen Kräfte und Energien der Erwachsenen.

9.2.Eingewöhnung

Eine Grundvoraussetzung, als familienergänzende Einrichtung bei der Entwicklung emotionaler Stabilität mitzuwirken, ist eine gut geplante Eingewöhnung des Kindes und der Erziehungsberechtigten. Der Übergang vom Elternhaus in die Kinderkrippe stellt eine kritische Phase für alle Beteiligten dar. Das Kind soll sich während der ersten Tage und Wochen mit der neuen Umgebung vertraut machen und eine tragfähige Beziehung zu den Betreuer/innen und der Gruppe aufbauen. Die Beteiligung der Eltern am Prozess der Eingewöhnung ihrer Kinder ist die wesentliche Grundlage einer positiven Zusammenarbeit.
Krippenkinder sind oft überfordert, wenn sie diese Umstellung ohne Unterstützung der Eltern bewältigen müssen.
Die Eingewöhnung erfolgt in Anlehnung an das „Berliner Modell“.

10.Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit

10.1.Körper – und Sauberkeitserziehung

Die Körperpflege nimmt einen wichtigen Teil in der Kinderkrippen-Arbeit ein und ist Bestandteil körperlichen Wohlbefindens. Um das Kind zu einem gesundheitsförderlichen Verhalten hinzuführen, ist die Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen im Bereich der Hygiene notwendig (z.B. Umgang mit der Zahnbürste, Waschlappen, etc.). Wichtig ist eine bejahende Haltung zum Körper des Kindes, die der/die Erwachsene durch regelmäßige und liebevolle Pflege vermittelt. So erfährt das Kind Pflege als etwas Angenehmes und behält sein natürliches Verhältnis zum Körper. Die Wickelzeiten orientieren sich am individuellen Rhythmus des Kindes. Während des Wickelns wird das Kind angeregt, seinen Körper wahrzunehmen.
Was die Sauberkeit betrifft, so möchte jedes Kind schrittweise und seiner persönlichen Entwicklung entsprechend „trocken“ werden. Zwang und Leistungsdruck helfen dem Kind bei diesem wichtigen Entwicklungsschritt nicht weiter.
Stattdessen wird das Kind behutsam auf diese Phase vorbereitet. Es kann selbst entscheiden, ob es auf die Toilette gehen möchte oder nicht. Der/die Erwachsene kooperiert mit dem Kleinkind, stellt durch regelmäßige Beobachtung den Reifegrad des Kindes fest und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.
Auf regelmäßige Zahnpflege wird geachtet. Auch bei diesem Punkt ist die Kooperation mit den Erziehungsberechtigten ein wesentlicher Faktor im langfristigen Gelingen der durch uns eingeleiteten Maßnahmen.

10.2.Bewegungserziehung

Zu den grundlegenden Betätigungen – und Ausdrucksformen von Kindern zählt
neben dem Spielen das „sich bewegen“. Kinder haben einen natürlichen Drang und eine Freude daran, sich zu bewegen. Bewegung ist für sie ein elementares Ausdrucksmittel und zugleich Grundlage ihrer Handlungsfähigkeit.
In der frühen Kindheit ist Bewegung nicht nur für die motorische, sondern auch für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung von herausragender Bedeutung,
Bewegungserziehung und -förderung ist deshalb ein unentbehrlicher Bereich ganzheitlicher Erziehung und muss im pädagogischen Tagesangebot einen festen Platz einnehmen. Kinder brauchen Gelegenheit zu vielfältigen Bewegungserfahrungen, um Wissen über die Umwelt, sich selbst, ihren Körper und ihre Fähigkeiten zu erwerben. Sie müssen greifen, krabbeln, Gegenstände und Räume untersuchen, auf Objekte klettern und herumrennen können.
Kinder in diesem Alter brauchen in der Regel keine Anleitung, um sich zu bewegen. Sie benötigen zweckmäßig ausgestattete Bewegungsräume, Frei – und Spielflächen, Kletter-, Hangel- und Rutschgelegenheiten, schiefe Ebenen, Bälle etc., die sie eigenständig nutzen können. Dies alles wollen wir den Kindern bieten.
Die Kinder sollen Freude an der Bewegung erleben, Risiko eingehen lernen, sich etwas zutrauen und an die eigenen Grenzen stoßen. Unter Berücksichtigung des Entwicklungstandes des einzelnen Kindes werden förderliche Angebote zu Bewegungserziehung durchgeführt.
Durch die Öffnung der Gruppen werden dem Kind ausreichende Gelegenheiten zur Bewegungsschulung geboten und durch andere Kinder wird die Bewegungslust unterstützt.

10.3.Kreativer – musischer Bereich

Im kreativen Bereich ist die Hauptaufgabe die Ausbildung der Individualität und Einzigartigkeit des Kindes sowie die Stärkung seiner Persönlichkeit. Kreative Fähigkeiten sind in jedem Kind vorhanden. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen und Interessen des Kindes. Kreative Erziehung ist nicht in straff organisierten, zielgerichteten Prozessen zu verwirklichen, sondern in offenen Situationen, in denen angemessene Formen der Anregung sowie gestalterische Spontaneität bestimmend sind. Durch vielfältiges Materialangebot kann das Kind eigene Ideen verwirklichen und seinen persönlichen Neigungen nachgehen. Wir unterstützten das Kind bei der Entdeckung verschiedener Materialien. Für das Kind ist das Tun, und die damit verbundenen Erfahrungen, das Wichtigste.
Kinder müssen nicht musikalisiert werden, sie handeln von Geburt an musikalisch.
Musik fördert die Freude am Leben und ist Teil der Erlebniswelt des Kindes.
Die Vielfalt der Sinneswahrnehmungen durch das „Spiel mit Musik“ bietet in den ersten Lebensjahren des Kindes grundlegende Anregungen.

Musik
fördert die soziale Kompetenz
trainiert aktives Hören
sensibilisiert alle Sinne und spricht Emotionen an
regt Fantasie und Kreativität an
fördert die motorische Entwicklung und das Körperbewusstsein des Kindes
fördert die Sprachentwicklung

Durch Anhören verschiedener Musikrichtungen wird das Interesse und die Freunde an der Musik geweckt. Spielerisches Erkennen einzelner Instrumente entwickelt ein gutes Gehör.
In Singkreisen bekommen die Kinder die Möglichkeit ihren Körper als klingendes Instrument zu erfahren, können ihre Körperinstrumente einsetzen z.B. klatschen, stampfen etc. und verschiedene, einfache Musikinstrumente und Klangkörper kennenlernen. Außerdem entwickeln sie dadurch ein Gefühl für Takt und Rhythmus.
Musik und Singen spricht auch die Bewegungslust der Kinder an. Tanzen, Kreis-, Reigen- und Fingerspiellieder sind zugleich Formen des sozialen Austausches.
Aktivitäten rund um die Musik sind ein wichtiger Bestandteil im pädagogischen Alltag und sollte nahezu täglich ins Tagesangebot mit einfließen. Die pädagogischen Fachkräfte beherrschen Musikinstrumente, was auch in die Gestaltung des Tagesplanes mit einbezogen wird.

10.4.Sozial–emotionale Erziehung

Die Entwicklung der Gefühlswelt kann nicht losgelöst von den sozialen Erfahrungen und Beziehungen des Kindes gesehen werden. Deshalb wird die soziale und emotionale Entwicklung im Folgenden zusammengefasst dargestellt.
Die soziale Entwicklung des Kindes umfasst im Einzelnen den Aufbau sozialer Beziehungen unterschiedlicher Art (z.B. Eltern, weitere enge Bezugspersonen, Freundschaften mit anderen Kindern…), das Erlernen sozialer Verhaltensweisen und den Erwerb sozialer Einstellungen wie soziales Vertrauen, Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen, Kooperationsfähigkeit etc.
Die emotionale Entwicklung beinhaltet den Aufbau der menschlichen Gefühlswelt. Dazu gehört die Fähigkeit, vielfältige Gefühle zu empfinden, sie angemessen auszudrücken und Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen.
Soziales Verhalten wird vor allem durch das Vorleben, das Beispiel und durch das tägliche Miteinander eingeübt. Kleinkinder erleben sich vor Eintritt in die Kinderkrippe als Mittelpunkt der Familie. Daher stellt die Eingliederung in eine Gemeinschaft für sie eine große Herausforderung dar. Sie müssen erfahren, dass nicht jedes Bedürfnis unmittelbar erfüllt wird und dass Konflikte mit anderen entstehen. Der Erwachsene hilft dem Kind bei der Lösungssuche von Konflikten und unterstützt es dabei, seine Bedürfnisse auszudrücken. Das Kind erlernt Regeln der Gruppe, es lernt seine Gefühle und die Gefühle anderer Kinder kennen und respektieren. Bedingung ist eine angstfreie, harmonische und liebevolle Atmosphäre. Das Kind weiß um den Schutz und die Geborgenheit des Erwachsenen. Dies sind grundlegende Faktoren, die für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes bestimmend sind.

11.Wahrnehmung

Alle Sinnesorgane brauchen Anregungen, um zu funktionieren. Sie müssen benutzt werden, um nicht zu verkümmern. In unserer Krippe werden alle Sinne wie Sehen, Hören, Tasten, Gleichgewichtssinn, Riechen und Schmecken durch eine anregende Umgebung und durch gezielte Angebote gefördert. Kinder suchen ganz natürlich nach Empfindungen, die ihnen helfen das Gehirn zu ordnen. Durch Berührung lernt das Kind Gegenstände zu begreifen, auch wenn diese aus dem Blickfeld geraten. Dies ist der Beginn, sich Dinge vorzustellen. Eines der größten Ereignisse der Kindheit ist das sich fortbewegen. Mit diesem Schritt erweitert sich die Möglichkeit von neuen Sinneserfahrungen für das Kind. Die Räume sind so zu gestalten, dass das Kind Anreize für die Entfaltung aller Sinne bekommt.

12.Sprachförderung

Kinder lernen die Sprache am besten im persönlichen Kontakt mit einer ihnen zugewandten Bezugsperson. Das Gespräch gehört zu den wichtigsten und elementarsten Formen der Sprachförderung. Beim Spracherwerb ist das Kind selbst aktiv, es bildet aus der Fülle der Eindrücke langsam ein „Wissen“, wie Sprache aufgebaut ist. Ein Kind braucht vielfältige sprachliche Anregungen im Dialog, in Situationen, die sein Interesse wecken. Die Sprache darf nicht allzu „kindlich“ sein. Für die Sprachförderung ist es wichtig, dass normale Sätze gebildet werden, dass man „authentisch“ spricht, so dass man eine Herausforderung für das Kind darstellt und nicht ein Spiegelbild.
Es ist wichtig eine Atmosphäre zu schaffen, in der das Kind Wertschätzung erfährt und in der es angstfrei, unbeschwert und lustvoll sprechen, zuhören und die Sprache weiterentwickeln kann – im Kontakt mit anderen Kindern und Erwachsenen. Zu einer sprachfördernden Atmosphäre gehören auch nonverbale Aspekte von Kommunikation wie z.B. Augenkontakt, Gestik, Mimik, Körperhaltung, Stimmlage etc.
Sprachförderung und Sprachvorbild bedeutet für die Erzieher/Innen:
sich bemühen, alltägliche Handlungen sprachlich zu begleiten
das Kind als Gesprächspartner ernst nehmen
die Sprechweise authentisch und natürlich anwenden
kindliche Äußerungen aufgreifen, anreichern und weiterführen
möglichst häufig erklärende und erzählende Elemente einbauen

Ein wesentliches Medium zur Sprachentwicklung und -förderung ist das Bilderbuch. Die Bilderbuchbetrachtung soll dialogorientiert sein. Das Kind soll aktiviert werden, allmählich selbst zum Erzähler zu werden und die Freiheit haben eigene Kommentare und Erfahrungen beizusteuern.
Auch Rollenspiele, Handpuppenspiele, Fingerspiele etc. regen die Sprachentwicklung an.
Angebote dieser Art sind sehr wichtig und wollen bei der täglichen Tagesplanung bedacht und Bestandteil des pädagogischen Alltags sein.

13.Interkulturelle Erziehung

Interkulturelle Erziehung beinhaltet eine aktive Auseinandersetzung mit einer Vielfalt an Sprachen, Kulturen und Werten. Dies bedeutet, Unterschiede verschiedenster Art wahrzunehmen. Sie beinhaltet die Chancen, die eigene Identität zu festigen und die kindliche Offenheit zu bewahren.
Prinzipien interkultureller Erziehung sind:
Anerkennung der Individualität
Das Kind hat ein Recht darauf, dass seine Einzigartigkeit respektiert wird, es darf anders sein.
Wertschätzung
Das Kind erfährt all das, was seine Persönlichkeit ausmacht. Was dem Kind wichtig ist, wird ernst genommen.
Positive Identität
Das Kind hat ein Recht auf die Entwicklung eines positiven Selbstbewusstseins.
Gemeinsamkeiten
Die Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Herkunft werden gefördert.
Normalität
Die Vielfalt wird als Normalität erfahren.
Kulturelle Aufgeschlossenheit und kulturelles Selbstbewusstsein sind Kompetenzen, die immer wichtiger werden. Die Kinder brauchen ein Umfeld, das ihnen einen selbstverständlichen Umgang mit fremden Sprachen und Kulturen ermöglicht. Der Tagesablauf soll so gestaltet werden, dass allen Kindern – unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft – die Möglichkeit geboten wird, die Fähigkeiten entsprechend des Entwicklungsstandes zu nutzen, zu erweitern und zu stärken.
Es ist wichtig und von großer Bereicherung, auch Eltern anderer Nationen aktiv in das pädagogische Geschehen der Krippe mit einzubeziehen.
Das Erlernen der Sprache ist in diesem Kindesalter gleich, so das auch fremdsprachige Kinder die gleiche Förderung erhalten. Die Eltern werden über die Sprachentwicklung ihres Kindes informiert und bestärkt, mit ihrem Kind in ihrer Landessprache zu sprechen.

14.Umwelt – und Naturpädagogik

Umweltbildung – und Erziehung nimmt traditionell ihren Ausgang von der Naturbegegnung, von Erlebnissen mit Tieren und Pflanzen. Der Umgang mit Naturmaterialien regt Fantasie und Kreativität an.
Jüngeren Kindern soll ein emotionaler Zugang zur Natur eröffnet werden. Kinder sollen die natürliche Umwelt als Quelle der Freude und Entspannung erleben. Sie sollen Freude bei der Übernahme von Verantwortung für das Gedeihen der Lebewesen erfahren können und Wissen darüber erwerben, das ihrer Entwicklung angemessen ist. Die Fachkräfte der Krippe vermitteln den Kindern, dass es sich lohnt und Spaß machen kann, sich für eine gesunde Umwelt einzusetzen. Anknüpfungspunkte können Alltagshandlungen sein, in denen umweltbezogene Haltungen zum Tragen kommen, z.B. sensibler Umgang mit Lebewesen und natürlichen Materialien, Achtsamkeit für Lebensmittel, Mülltrennung etc.
Sich Zeit nehmen um sein Umfeld durch Spaziergänge, Ausflüge und Exkursionen erlebbar zu machen ist ein wesentlicher Punkt unserer Pädagogik.
Naturerfahrungen sind Bestandteil des Jahreskreises. Die Kinder sollen Jahreszeiten bewusst wahrnehmen und mit Achtung und Respekt der Natur begegnen. Die Sinne wie Hören, Riechen, Fühlen werden sensibilisiert. Kinder brauchen den Kontakt zur Natur, um mit ihr einen schonenden Umgang zu lernen.
Auch das Kennenlernen der vier Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer üben auf jedes Kind Faszination aus.

15.Schutzkonzept – Kindeswohlgefährdung

Der Notwendigkeit der Umsetzung aller gesetzlichen Vorgaben besonders von §8a SGB VIII sehen wir uns als Einrichtung enorm verpflichtet.

Die Träger der nach diesem Gesetz geförderten Einrichtungen haben sicherzustellen, dass 1. deren Fachkräfte bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für die Gefährdung eines von ihnen betreuten Kindes oder Jugendlichen eine Gefährdungseinschätzung vornehmen, 2. bei der Gefährdungseinschätzung eine insoweit erfahrene Fachkraft beratend hinzugezogen wird, 3. die Eltern sowie das Kind oder der Jugendliche in die Gefährdungseinschätzung einbezogen werden, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird. 2Insbesondere haben die Träger dafür Sorge zu tragen, dass die Fachkräfte bei den Eltern auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken, wenn sie diese für erforderlich halten, und das Jugendamt informieren, falls die Gefährdung nicht abgewendet werden kann.

Darüber hinaus leisten wir präventive Arbeit zum Schutze des Kindeswohls u.a. durch die Einholung eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses aller Mitarbeiter/innen, strenge „Abholregelung“, fortlaufende Schulungen zur Aufsichtspflicht etc.

16.Öffentlichkeitsarbeit

-Vernetzung mit regelmässigen Besuchen im Seniorenheim
-Regelmässige Besuche in der Stadtbücherei
-Zahnärztlicher Dienst
-Events in Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelcaterer (z.B. gemeinsames Grillen )
-Aufnahme und Anleitung von Praktikanten
-Polizei und Feuerwehr
-Vernetzung mit den ortsansässigen Kindergärten
-“Vorleseoma“
-Ausflüge in die „Nachbarschaft“

17.Beachtung der Gesetze und Vorschriften

Grundsätze:
Wir handeln auf Grundlagen der gesetzlichen Bestimmungen.
Hygiene, Brandschutz, Vorschriften zur Aufsichtspflicht werden beachtet.
Maßnahmen wie Fortbildung, Erste Hilfe Kurse… werden regelmäßig durchgeführt.

17.1.Datenschutz

Eltern unterschreiben zum Eintritt in die Krippe eine Einwilligungserklärung zur Veröffentlichung von Fotos ihrer Kinder. Die Mitarbeiter/innen und Eltern verpflichten sich über alle dienstlichen Angelegenheiten Stillschweigen zu bewahren und für die Dauer des Dienstverhältnisses und darüber hinaus, also auch nach dessen Beendigung. Mitarbeiter/innen und Eltern dürfen keine betriebsinternen Daten (z.B. Fotos, Dokumentationen…) veröffentlichen oder ins Internet (Socialnetworks etc) stellen.

18.Schlusswort

Dieses Konzept unterliegt einer ständigen Überprüfung und Weiterentwicklung, denn nur wenn es regelmäßig angepasst und fortgeschrieben wird, können wir den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden. Neuen Erkenntnissen der Pädagogik stehen wir offen gegenüber und versuchen daraus aufzunehmen, was uns für die tägliche und langfristige Arbeit mit den Kindern als hilfreich, wichtig und notwendig erscheint.